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Boote aus Amsterdam

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Kennst du eine Stadt auf der Welt, die so eng mit dem Wasser verbunden ist wie Amsterdam? Vielleicht denkst du an Venedig, aber die Funktionalität von Booten in Amsterdam ist weitaus größer. Keine Hauptstadt der Welt hat mehr Boote pro Einwohner als Amsterdam.

Die Amsterdamer hatten eigentlich keine Wahl. Die Stadt entstand an der Stelle, wo die Amstel in das IJ mündet, und schon seit dem 13. Jahrhundert durchzogen Wasserwege den Alltag. In einer Zeit ohne Autos oder Züge war Wasser der einzige Weg, Menschen, Waren und Ideen zu transportieren – nicht nur innerhalb der Stadt, sondern auch in die Welt hinaus. Schiffe aus Amsterdam segelten in alle Himmelsrichtungen und kehrten mit Gewürzen, Holz, Textilien und Wissen zurück. Der Aufschwung des Handels im 17. Jahrhundert, das Goldene Zeitalter, wäre ohne eine tief verwurzelte Schifffahrtstradition nicht möglich gewesen.

Damals entwickelte sich Amsterdam zu einem der größten Hafenstädte der Welt. Werften, Lagerhäuser und Kais am IJ arbeiteten auf Hochtouren. Die VOC (Vereinigte Ostindische Kompanie) ließ hier mächtige Segelschiffe bauen und segelte von der Reede bei Texel nach Asien. Auf den Binnengewässern transportierte man alles mit flachen Holzbooten – von Torf über Getreide bis zu Ziegeln und Bier. Jedes Grachtenhaus hatte seinen eigenen Anlegesteg, oft mit einem Flaschenzug an der Fassade, um die Ware direkt ins Haus zu heben.

Im 19. und 20. Jahrhundert ersetzten Motorboote die hölzernen Schuten. Der Hafen verlagerte sich teilweise in den Westen der Stadt. Doch die Binnenschifffahrt blieb wichtig für die Versorgung von Geschäften, Märkten und Cafés.

Auch heute spürt man noch die jahrhundertealte Bootsliebe. Die Grachtenrundfahrten sind nicht nur Touristenattraktionen, sondern auch eine Möglichkeit, die Stadt wie früher vom Wasser aus zu erleben. Millionen Menschen unternehmen jährlich eine Rundfahrt, was Amsterdam zu einem der größten Rundfahrtziele weltweit macht.

Und dann ist da noch die Fähre über das IJ – für tausende Amsterdamer ein tägliches Verkehrsmittel. Wo man früher ruderte, verkehren heute moderne Fähren Tag und Nacht – kostenlos.

Höhepunkt ist Sail Amsterdam: Alle fünf Jahre verwandelt sich die Stadt in ein schwimmendes Freilichtmuseum. Dutzende Tall Ships und tausende kleinere Boote machen deutlich, wie lebendig Amsterdams Verbindung zum Wasser noch immer ist.

 

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