

Wir stehen hier vor dem Elternhaus von Michiel de Ruyter, an dem heutigen Prins Hendrikkade. Ein Ort voller Geschichte – von einem der größten Seehelden der Niederlande.
Michiel Adriaenszoon de Ruyter wurde 1607 in Vlissingen geboren. Vom einfachen Seemann arbeitete er sich hoch zum höchsten Admiral der niederländischen Flotte. Er führte zahlreiche Seeschlachten gegen England, Frankreich und Spanien. Besonders berühmt wurde er durch den Zug nach Chatham im Jahr 1667, bei dem er die englische Flotte tief im eigenen Land demütigte. In der Republik galt er als Held – ein Symbol für Mut, Stärke und Vaterlandsliebe.
Doch im Katastrophenjahr 1672 änderte sich das Stimmungsbild drastisch.
Die Republik wurde von vier Seiten angegriffen. König Ludwig XIV. von Frankreich, England und zwei deutsche Fürsten fielen ins Land ein. Innenpolitisch spitzte sich die Lage zu. Die Brüder Johan und Cornelis de Witt – jahrelang an der Macht – wurden in Den Haag von einem wütenden Mob ermordet.
De Ruyter war ein bekannter Verbündeter der De Witts. Das machte ihn verdächtig bei den Orangisten, die Prinz Wilhelm III. unterstützten. Am 6. September 1672 versammelte sich eine wütende Menge vor seinem Haus in Amsterdam. De Ruyter war zur See. Drinnen saßen seine Frau Anna van Gelder, ihre Tochter und Nichte. Die Menge rief Beleidigungen, warf Steine und nannte sie eine „Verräterfrau“.
Nachbar Wessel Smit, ein Kaufmann und Hauptmann der Schützen, griff ein. Mit Hilfe der Schützengarde „De wilden Ieren“ wurde der Mob vertrieben. Die Familie blieb unverletzt.
De Ruyter erfuhr erst später davon. Doch er kehrte nicht verbittert zurück – seine Treue zur Republik hielt bis zum Ende.
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