

Wir stehen an der Oostenburgergracht 77–81, genau dort, wo Zar Peter der Große während seines Aufenthalts in Amsterdam von 1697 bis 1698 wohnte und wirkte – inkognito als Lehr-Zimmermann. Dass ein russischer Zar hier lebte und arbeitete, ist an sich schon außergewöhnlich.
Peter der Große war kein gewöhnlicher Herrscher. Sein Ziel war es, Russland in eine moderne europäische Großmacht zu verwandeln – und dazu wollte er von den Besten lernen. Im Sommer 1697 reiste er, verkleidet als einfacher Arbeiter, in die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande. Sein Ziel: die VOC-Werft in Amsterdam.
Vier Monate lang arbeitete er auf einer Werft auf Oostenburg: Er half beim Bau eines Schiffes, zeichnete Pläne und lernte Navigation und Anatomie. Er trank Bier in Tavernen, besuchte Vorlesungen und nahm am Amsterdamer Leben teil. All das, um zu begreifen, wie diese kleine Republik zur Seemacht wurde.
Als er die Stadt verließ, hatte er ein Diplom als Schiffszimmermann erworben – doch wichtiger war, dass er Wissen und Ideen nach Russland mitnahm. Dort leitete er die Modernisierung der Marine und baute die neue Hauptstadt Sankt Petersburg.
Die meisten alten Gebäude in diesem Teil der Stadt sind längst verschwunden, aber dieses Haus steht noch. Du kannst hier buchstäblich auf den Stufen stehen, auf denen der Zar einst ging und kam. Besonders erwähnenswert: Bei seiner Ankunft in Amsterdam wurde auf dem IJ eine beeindruckende maritime Darstellung inszeniert. Große Segelschiffe stachen in See, Kanonen donnerten und Besatzungen salutierten – eine nautische Vorstellung, um einen Herrscher zu beeindrucken. Vielleicht der frühe Vorläufer dessen, was wir heute als SAIL kennen.
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