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Alte Bibliothek

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Im Herzen Berlins erhebt sich die Alte Bibliothek, ein Bauwerk, das die reiche Geschichte der Stadt widerspiegelt. Wegen ihrer halbrunden Fassade wird sie liebevoll „Kommode“ genannt. Dieses barocke Gebäude schmückt den Bebelplatz und wurde im Auftrag von König Friedrich II. von Preußen zwischen 1775 und 1780 von Georg Christian Unger errichtet. Es sollte als monumentaler Sitz des Wissens und der Kultur dienen.

 

Über dem Haupteingang steht die lateinische Inschrift „Nutrimentum spiritus“ – „Speise für die Seele“. Dieses Motto verdeutlichte den ursprünglichen Zweck: ein Ort für Gelehrte und Intellektuelle, um ihren Geist zu nähren. Bei der Eröffnung 1784 umfasste die Bibliothek 150.000 Bände, eine Zahl, die im 19. Jahrhundert auf 1,2 Millionen anwuchs. Diese Expansion machte das Gebäude bald unzureichend, sodass 1905 die neue Staatsbibliothek errichtet wurde.

 

Die ruhige Fassade der Alten Bibliothek verbirgt eine bewegte Vergangenheit. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie schwer beschädigt und fast vollständig ausgebrannt. In den 1960er Jahren leitete Werner Kötteritzsch den Wiederaufbau, bei dem die barocke Außenfassade sorgfältig restauriert und das Innere modern gestaltet wurde. Heute dient das Gebäude der Humboldt-Universität und bleibt ein Symbol des Lernens.

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