

Am 10. Mai 1933 wurde der Bebelplatz, damals noch Opernplatz genannt, zum Schauplatz eines düsteren Kapitels der Berliner Geschichte. Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund organisierte hier eine große Bücherverbrennung, bei der Werke von Heinrich und Thomas Mann, Erich Kästner, Stefan Zweig, Heinrich Heine, Karl Marx und Kurt Tucholsky in den Flammen landeten. Diese Autoren, vom NS-Regime als „undeutsch“ und „verderbt“ gebrandmarkt, waren oft bereits ins Exil geflohen. Ein kleines Denkmal erinnert heute an dieses Ereignis.
Damit geriet die architektonische Bedeutung des Platzes in den Hintergrund. Bebelplatz wurde 1740 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff im Auftrag Friedrichs des Großen neugestaltet, als Teil eines Plans, Berlins kulturelles Zentrum zu erweitern. Herzstück ist die Staatsoper Unter den Linden, ein prachtvolles Opernhaus, das 1741 vollendet wurde. Knobelsdorff entwarf es im palladianischen Stil, geprägt von Schlichtheit und Harmonie. Trotz schwerer Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde es von Richard Paulick sorgfältig wiederaufgebaut.
Ebenfalls markant ist das Prinzessinnenpalais von Friedrich Wilhelm Diterichs im klassizistischen Stil. Es fiel im Krieg den Flammen zum Opfer, wurde aber 1962 von Paulick als Operncafé neu errichtet und erfreute sich in der DDR großer Beliebtheit. In jüngerer Zeit ließ Medienunternehmer Mathias Döpfner das Gebäude von David Chipperfield renovieren. Heute nutzt es die Deutsche Bank als Bürogebäude.
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