
Am 2. Juni 1967 ereignete sich in West-Berlin ein Ereignis, das die deutsche Gesellschaft und Politik nachhaltig prägen sollte. Während einer Demonstration gegen den Besuch des Schahs Mohammad Reza Pahlavi von Iran, dessen Regime für Unterdrückung berüchtigt war, nahm der 26-jährige Student Benno Ohnesorg erstmals an einem politischen Protest teil. Die Kundgebung vor der Deutschen Oper Berlin begann friedlich, eskalierte jedoch, als Schah-Anhänger die Demonstranten angriffen. Die Polizei unter Leitung von Karl-Heinz Kurras griff mit äußerster Brutalität ein und setzte Schlagstöcke sowie Wasserwerfer ein.
Am Abend, als sich die Demonstranten in Seitenstraßen und Innenhöfe zurückzogen, wurde Benno Ohnesorg von Kurras mit einem Schuss in den Hinterkopf tödlich verletzt. Sein Tod, festgehalten auf eindringlichen Fotografien, löste landesweite Empörung und Proteste aus. Die offizielle Untersuchung war von Beginn an umstritten. Kurras behauptete, in Notwehr gehandelt zu haben, doch Zeugenaussagen und forensische Beweise widersprachen dieser Darstellung. Dennoch wurde er freigesprochen – ein Urteil, das viele als Justizskandal empfanden. Der Tod Ohnesorgs markierte einen Wendepunkt: Die Studentenbewegung radikalisierte sich, und Gruppen wie die Rote Armee Fraktion nahmen darin eine zentrale Motivation wahr.
Darüber hinaus wuchs in einer ganzen Generation die kritische Haltung gegenüber staatlicher Autorität. Jahrzehnte später wurde bekannt, dass Kurras als Informant für die ostdeutsche Stasi tätig war – eine Enthüllung, die dem Fall eine weitere brisante Dimension verlieh. Das Denkmal an der Deutschen Oper erinnert bis heute an diesen tragischen Tag.
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