
Am Abend des 10. Mai 1933 wurde der Berliner Opernplatz zum Schauplatz einer erschütternden Machtdemonstration. Organisiert von der Deutschen Studentenschaft versammelten sich Studenten, Akademiker und NS-Funktionäre, um eine gewaltige Bücherverbrennung sogenannter „undeutscher“ Literatur zu inszenieren. Tausende Werke jüdischer, kommunistischer und liberaler Autoren gingen in Flammen auf, darunter Schriften von Albert Einstein, Sigmund Freud, Karl Marx und Helen Keller.
Für die Studenten, die mit Parolen die Bücher ins Feuer warfen, galt dies als Akt der Reinigung. Propagandaminister Joseph Goebbels hielt eine Rede, in der er das Ende der „Dekadenz“ und den Beginn einer neuen deutschen Ära verkündete. Doch die Bücherverbrennungen waren nur ein Vorspiel zu weit schlimmeren Verfolgungen. Die Zerstörung von Ideen kündigte die Zerstörung von Menschen an. Heute erinnert das Denkmal „Die leere Bibliothek“ von Micha Ullman auf dem Bebelplatz an dieses Ereignis.
Unter einer Glasplatte sehen Besucher leere Regale, die Platz für die 20.000 verbrannten Bücher bieten. Eine Gedenktafel trägt Heinrich Heines Mahnung: „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“
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