
Auf dieser Seite lag Cölln; auf der anderen Seite der Brücke, Berlin. Im Jahr 1337 erwähnte ein Kirchenbuch Symeon, den Pfarrer der St.-Petri-Kirche hier in Cölln. Es ist eine der frühesten schriftlichen Spuren dieses Ortes, ein kleines, aber klares Zeichen in der Geschichte der Stadt.
Cölln wuchs schnell, begünstigt durch seine Lage am Fluss und an einer wichtigen Handelsroute zwischen Magdeburg und Frankfurt (Oder). Schiffe kamen und gingen, beladen mit Waren, die durch die engen Kanäle der Spree fuhren. Anfang des 15. Jahrhunderts arbeiteten die beiden Städte zusammen, um wichtige Übergänge zu bauen—zuerst den Mühlendamm, dann die Lange Brücke, die später als Rathausbrücke bekannt wurde. In der Mitte dieser Brücke errichteten sie ein gemeinsames Rathaus, ein seltenes Zeichen der Zusammenarbeit in einer Zeit, in der Städte ihre Unabhängigkeit streng bewahrten.
Trotzdem behielten Berlin und Cölln mehr als ein Jahrhundert lang ihre eigenen Räte und Regeln. 1432 einigten sie sich auf eine engere Union, teilten Verwaltung und Verteidigung. Doch das dauerte nicht ewig—zehn Jahre später griff Kurfürst Friedrich II. ein und nahm ihnen einen Großteil ihrer Selbstständigkeit. Zu dieser Zeit hatten die beiden Städte zusammen etwa 8.500 Einwohner und über 1.000 Gebäude—Kirchen, Krankenhäuser, Klöster und Wohnhäuser.
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