
Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 stand Berlin vor der gewaltigen Aufgabe, die getrennten Verkehrssysteme zu vereinen. Die Stadt benötigte eine einheitliche Infrastruktur, die Bus-, U-Bahn- und Bahnverbindungen zusammenführte. Das Ergebnis war der Berliner Hauptbahnhof, entworfen von Meinhard von Gerkan und am 26. Mai 2006 eröffnet. Strategisch im Regierungsviertel gelegen, nahe dem Kanzleramt und dem Reichstag, ist er sowohl Verkehrsknotenpunkt als auch Symbol des vereinten Berlin.
Er entstand am Standort des ehemaligen Lehrter Bahnhofs, der 2002 vorübergehend als S-Bahn-Station unter dem Namen Berlin Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof diente. Das eindrucksvolle Bauwerk umfasst fünf Ebenen mit Rolltreppen, Aufzügen, Geschäften und Cafés und schafft eine lebendige Atmosphäre für Reisende. Der Hauptbahnhof ist mehr als ein Bahnhof: Er vereint Fernzüge, die S-Bahn und die U-Bahn und zählt zu den verkehrsreichsten Durchgangsbahnhöfen Europas, nach dem Pariser Gare du Nord an zweiter Stelle.
Eine der bemerkenswertesten Verbindungen war der Sibirjak, der Berlin mit russischen Städten verband und bis nach Nowosibirsk führte – eine Reise von fast vier Tagen. Heute ist Zugreisen nach Russland aufgrund des Krieges in der Ukraine kaum mehr möglich.
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