
"Du stehst in der Lindenstraße in Kreuzberg, direkt vor dem Jüdischen Museum Berlin. Hier begegnen sich zwei Gebäude: das spätbarocke Kollegienhaus und dahinter der moderne Bau von Daniel Libeskind mit seiner markanten Form. Besucher betreten zuerst das Gebäude von 1735 und steigen dann in den dramatisch gestalteten unterirdischen Bereich hinab.
Am 24. Januar 1933, nur sechs Tage vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, eröffnete in der Oranienburger Straße 31 das erste Jüdische Museum Berlins. Es wurde 1938 von den Nazis geschlossen. Das heutige Museum, eröffnet 2001, sieht sich als Nachfolger dieser frühen Institution.
Heute ist es das größte jüdische Museum Europas. Die Architektur thematisiert Verlust, Bruch und Erinnerung. Die „Voids“, leere Betonschächte ohne Klimatisierung, machen Abwesenheit physisch spürbar. Der „Garten des Exils“ mit seinen schiefen Säulen bringt Besucher buchstäblich aus dem Gleichgewicht. Gemeinsam erzählen Gebäude und Sammlung über 1700 Jahre jüdische Geschichte."
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