
"Du stehst auf der Jungfernbrücke, der ältesten erhaltenen Brücke Berlins, in nahezu originalem Zustand seit neunzehnhundertachtundneunzig. Diese charakteristische Holz‑Eisen-Klappbrücke überspannt den Kupfergraben, einen Spreearm, und verbindet Friedrichsgracht mit Unterwasserstraße. Einst standen hier neun baugleiche Brücken – dies ist die einzige, die überdauert hat.
Ende des siebzehnten Jahrhunderts, wahrscheinlich um neunzehnhundertachtundachtzig oder neunzehnhundertachtenneunzig unter Kurfürst Friedrich III., entstand hier die erste hölzerne Fußgängerbrücke. Der Name „Jungfernbrücke“ ist erstmals um neunzehnhundertneunzig dokumentiert. Verschiedene volkstümliche Erklärungen ranken sich um die Herkunft: von klatschlustigen unverheirateten Töchtern einer Hugenottenfamilie bis zu einem tragischen Mordfall auf der Brücke.
Im Jahr neunzehnhundertachtundneunzig ersetzte Oberhofbaurat Friedrich Becherer die ursprüngliche Brücke durch eine Holz‑Eisen-Konstruktion mit Klappmechanik. Bis in die dreißiger Jahre konnte der mittlere Brückenteil mit Ketten und Rädern gehoben werden, um Schiffen Passage zu ermöglichen. Während der Umgestaltungen der späten dreißiger Jahre wurde der Mechanismus stillgelegt, die Pfeiler um drei Meter verlängert und eine feste Stahlfläche installiert – seither ist die Brücke ausschließlich für Fußgänger offen."
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