
"Du stehst am früheren Kaiserbahnhof im Potsdam Park Sanssouci, errichtet zwischen neunzehnhundertfünf und neunzehnhundertneun nach Auftrag von Kaiser Wilhelm II. Im englischen Cottage-Stil gebaut, mit einer Halle wie ein Salonwagen, diente er als privater Bahnhof für hochrangige Gäste.
Theodore Roosevelt war der erste Staatsgast; Zar Nikolaus II. schenkte neunzehnhundertzehn einen Kamin für den Kaisersalon. Die Etikette wurde in Stein gegossen: drei separate Treppen – für den Kaiser, die Hofstaat und die Dienerschaft. Die Baukosten betrugen zweihunderttausend Mark aus dem Etat der kaiserlichen Eisenbahnverwaltung.
Im Ersten Weltkrieg und der Weimarer Republik verlor der Bahnhof seine ursprüngliche Funktion. Ab neunzehnhundertneununddreißig diente er als geheime Zentrale der Luftwaffe, und Hermann Görings Sonderzug nutzte das Gleis. Nach neunzehnhundertfünfundvierzig war er Endstation des sowjetischen “Blauen Express” auf dem Weg nach Moskau.
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente er der DDR als Lager, Berufsfachschule und Kantine und wurde neunzehnhundertsiebenundsiebzig wegen Einsturzgefahr geschlossen. Nach umfassender Restaurierung eröffnete er am sechzehnten Juni zweitausendfünf neu – als Führungskräfteakademie der Deutschen Bahn, mit historischen Salonwagens als Tagungsräume."
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