

"Du stehst an dem Ort, wo einst die Synagoge in der Fasanenstraße stand — damals das größte jüdische Gotteshaus Berlins. In der Nacht des 9. Novembers 1938 wurde dieses Gebäude zum Ziel der sogenannten Kristallnacht. Joseph Goebbels hatte zuvor in einer Rede zur „Vergeltung“ für die Ermordung des Diplomaten Ernst vom Rath aufgerufen.
SA‑Trupps drangen in die Synagoge ein, zerschlugen Fenster, zerstörten Kultgegenstände und setzten das Gebäude in Brand. Auslöser war die Tötung vom Raths in Paris durch den jungen Herschel Grynszpan, als Reaktion auf die Abschiebung seiner Eltern.
Die Angriffe waren keine spontanen Ausschreitungen, sondern staatlich organisierte Gewalt. In Berlin und im gesamten Reich wurden Geschäfte, Wohnungen und Hunderte von Synagogen zerstört. Der Begriff „Kristallnacht“ bezieht sich auf die Glasscherben, die die Straßen bedeckten.
Am nächsten Morgen blieben hier nur Trümmer und Asche. Rund 30.000 jüdische Männer wurden verhaftet. Für viele war dies der Beginn der systematischen Verfolgung, die in den Holocaust mündete."
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