
Am Ufer der Spree liegt Schloss Bellevue, ein architektonisches Juwel und bedeutender historischer Ort in Berlin. Das Palais wurde 1786 im Auftrag von Prinz August Ferdinand von Preußen nach Plänen des Architekten Michael Philipp Boumann erbaut und diente zunächst als Sommerresidenz. Der Name „Bellevue“, also „schöne Aussicht“, verweist auf die idyllische Lage am Fluss. Prinz August Ferdinand bewohnte das Schloss bis zu seinem Tod 1813, danach zog sein Sohn Augustus ein.
1843 erwarb König Friedrich Wilhelm IV. das Anwesen und sicherte damit seine Rolle in der preußischen Königsfamilie. Im Ersten Weltkrieg nutzte das deutsche Oberkommando Bellevue, 1938 richteten die Nationalsozialisten es als Gästehaus ein. 1941 wurde es durch Brandbomben schwer beschädigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte von 1954 bis 1959 ein umfassender Wiederaufbau. Bundespräsident Theodor Heuss bestimmte es zur Zweitresidenz, doch erst nach der Wiedervereinigung 1994 wurde Bellevue offizielle Amtsresidenz.
Richard von Weizsäcker, Johannes Rau und Horst Köhler nutzten es hauptsächlich als Büro, nur Roman Herzog lebte von 1994 bis 1998 dauerhaft dort. Nach einer umfassenden Renovierung 2006 dient das Schloss heute als Repräsentations- und Arbeitsort für offizielle Staatsakte. Zwar wohnt der Bundespräsident inzwischen anderswo, doch Schloss Bellevue bleibt ein Symbol für Berlins Geschichte und die Rolle Deutschlands in der Politik.
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