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Schloss Schönhausen

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Gehen Sie ein wenig langsamer durch diesen Garten. Gleich hinter den Bäumen steht ein Schloss, das still und leise deutsche Geschichte geschrieben hat. Das Schloss Schönhausen im Berliner Stadtteil Pankow hat mehr als 300 Jahre Wandel erlebt vom königlichen Rückzugsort zur politischen Bühne. Ende des 17.

 

Jahrhunderts als Sommerresidenz für den preußischen Adel erbaut, wurde es später zum Wohnsitz von Königin Elisabeth Christine, der Ehefrau Friedrichs des Großen. Während ihr Mann in Potsdam regierte, lebte sie hier unabhängig mehr als fünf Jahrzehnte.

 

In diesen Räumen empfing sie Schriftsteller, Diplomaten und Künstler und prägte die kulturelle Atmosphäre des 18. Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert wandelte sich die Funktion des Schlosses grundlegend. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es der Amtssitz des ersten und einzigen Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck.

 

Von 1949 bis 1960 war dieses ruhige Anwesen das politische Zentrum des neuen sozialistischen Staates. Hier wurden ausländische Staatsgäste empfangen, hier wurden Entscheidungen getroffen. Das Schloss war Schauplatz von diplomatischen Momenten, Spannungen und politischen Verhandlungen abseits der Öffentlichkeit. Nach Piecks Tod diente das Schloss als Gästehaus für Staatsbesuche. Auch Gespräche, die schließlich zur Wiedervereinigung führten, fanden hinter diesen Mauern statt.

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