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Siegessäule wird enthüllt – 1873

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Die Siegessäule erhebt sich über dem Berliner Tiergarten, ihre goldene Figur ist schon von weitem sichtbar. Sie wurde am 2. September 1873 von Kaiser Wilhelm I. enthüllt, passend zum dritten Jahrestag des deutschen Sieges in der Schlacht bei Sedan.

Als der Architekt Heinrich Strack mit dem Entwurf begann, sollte sie ursprünglich an den preußischen Sieg über Dänemark 1864 erinnern. Noch vor Fertigstellung hatte Preußen jedoch auch Österreich 1866 und Frankreich 1870–71 besiegt. Dadurch wurde das Denkmal zu einem Symbol der deutschen Einigung, nicht nur eines einzelnen Sieges.

Oben thront eine 8,3 Meter hohe Statue der Siegesgöttin Victoria, geschaffen vom Bildhauer Friedrich Drake. Die Berliner nennen sie liebevoll „Goldelse“. Die unteren Teile der Säule sind mit vergoldeten Kanonenrohren verziert—je zwanzig aus den drei Kriegen—erobert von den besiegten Armeen.

Der Sockel ist von sechzehn Granitsäulen umgeben, die eine runde Halle mit einem farbenfrohen Glasmosaik von Anton von Werner umschließen. Bronzereliefs erzählen die Geschichte der drei Kriege, die zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs führten.

Ursprünglich stand die Säule auf dem Königsplatz, direkt vor dem Reichstag. 1938–39 wurde sie im Rahmen nationalsozialistischer Baupläne zum Großen Stern im Tiergarten versetzt. Dabei erhielt sie eine zusätzliche Trommel und wuchs auf fast 67 Meter Höhe.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entging das Denkmal nur knapp dem Abriss. Sowjetische und französische Behörden erwogen die Entfernung, doch britische und amerikanische Kräfte widersprachen. Während der Schlacht um Berlin 1945 hissten polnische Truppen kurzzeitig ihre Nationalflagge auf der Säule—eine Tat, die heute jährlich am polnischen Nationalfeiertag erinnert wird.

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