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Villa Riefenstahl

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Schauen Sie auf die cremefarbene Fassade in der Heydenstraße, und Sie sehen ein Haus, das einst im Mittelpunkt sowohl architektonischer Experimente als auch eines bewegten Kapitels der Berliner Geschichte stand.

 

Dies ist die Villa Riefenstahl, erbaut 1935–1936 für die Filmemacherin Leni Riefenstahl, deren Karriere eng mit der NS-Zeit verbunden war. Das Grundstück gehörte einst der wohlhabenden jüdischen Familie Wertheim, bekannt durch ihre Kaufhäuser. Unter dem Druck des Regimes wurden sie zum Verkauf gezwungen—ein frühes Beispiel dafür, wie politische Umbrüche private Leben und ganze Viertel veränderten.

 

Riefenstahl erwarb nicht einfach ein fertiges Haus; sie entwarf es gemeinsam mit den Architekten Ernst Petersen und Hans Ostler. Straßenseitig zeigt das Gebäude alpine Einflüsse—ein flaches, weit auskragendes Dach, tiefe Dachüberstände und Holzläden—selten in Berlin jener Zeit. Gartenseitig ändert sich das Bild: moderne, horizontale Fenster, eine verglaste Eingangshalle und ein durchgehendes Band aus Fenstern und Läden im Obergeschoss, das Innen- und Außenraum verbindet.

 

Innen diente die Raumaufteilung sowohl dem Wohnen als auch der Arbeit. Ein heller Wohnraum öffnete sich zur Terrasse und zum Garten, während ein kleiner Vorführraum das Haus zu einem privaten Kino machte. Im Keller befanden sich eine Dunkelkammer sowie Riefenstahls Archiv und Arbeitsräume—damals ungewöhnlich für ein Wohnhaus.

Der Garten, entworfen von Landschaftsarchitekt Heinrich Wiepking-Jürgensmann, wich von den damaligen Berliner Normen ab. Statt einer hohen Mauer oder dichter Bepflanzung an der Vorderseite gab es eine offene Rasenfläche mit einzelnen Bäumen, die nahtlos in den nahegelegenen Grunewald überging.

 

Zeitschriften jener Zeit, darunter Das schöne Heim und Berliner Illustrirte Zeitung, berichteten über die Villa—manchmal mit Bildern, die Riefenstahl beim Empfang von Gästen wie Hitler und Goebbels auf der Terrasse zeigten. Nach dem Krieg verkaufte sie das Anwesen, und spätere Eigentümer nahmen in den 1950er- und 1970er-Jahren Anbauten vor. Trotz dieser Veränderungen hebt sich die Mischung aus alpenländischer Tradition und modernistischer Offenheit bis heute in der ruhigen Straße deutlich ab.

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