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Der Ehrenmal

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Das blasse Steingebäude, das vor Ihnen auf der Whitehall steht, heißt „Cenotaph“, und sein Name sagt schon alles. Er leitet sich von den griechischen Wörtern für „leeres Grab“ ab – ein Denkmal für jene, deren Leichname nie geborgen wurden oder die fern der Heimat ruhen. Entworfen vom Architekten Sir Edwin Lutyens, wurde es 1920 enthüllt, nur zwei Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, jenem verheerenden Konflikt, der Millionen Menschen in ganz Europa und darüber hinaus das Leben kostete.

 

Was Ihnen als Erstes auffällt, ist seine Zurückhaltung. Keine kunstvollen Schnitzereien, keine heroischen Figuren, keine vergoldeten Verzierungen. Nur schlichter Portland-Stein, eine rechteckige Form und ein geschnitzter leerer Sarg an der Spitze. Genau diese Schlichtheit ist der springende Punkt. Der Cenotaph gehört allen, die jemanden verloren haben.

 

Jedes Jahr am Remembrance Sunday, dem Sonntag, der dem 11. November am nächsten liegt – dem Tag, an dem 1918 der Waffenstillstand des Ersten Weltkriegs unterzeichnet wurde –, füllt sich dieser Straßenabschnitt mit einer stillen Zeremonie. Mitglieder der königlichen Familie, Minister und Militärchefs legen hier Kränze nieder, gefolgt von einer Parade von Kriegsveteranen. Das Denkmal ehrt heute auch gefallene Soldaten des Zweiten Weltkriegs, des Falklandkriegs und anderer Kriege.

 

Es ist passenderweise das leereste Denkmal in London, das es dennoch schafft, sich vollkommen erfüllt anzufühlen.

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