
Die Royal Exchange, die vor Ihnen steht, war buchstäblich der Ort, an dem der moderne Handel ins Leben gerufen wurde. Im Jahr 1571 weihte Königin Elisabeth I. an genau dieser Stelle, zwischen Cornhill und Threadneedle Street, Großbritanniens erstes eigens zu diesem Zweck errichtetes Handelszentrum ein. Vor diesem Zeitpunkt hatten Kaufleute ihre Geschäfte in schlammigen Straßen und überfüllten Tavernen abgewickelt und um Vermögen gefeilscht, während ihnen der Regen den Nacken hinunterlief.
Der Mann, der all das veränderte, war Sir Thomas Gresham, ein wohlhabender Kaufmann, der als königlicher Finanzagent in Antwerpen gearbeitet hatte, einer Stadt, die damals zu den großen Handelszentren Europas zählte. Er finanzierte den gesamten Bau selbst und orientierte sich dabei an der berühmten Bourse in Antwerpen. Doch Gresham hatte Ambitionen, die über einen reinen Handelssaal hinausgingen, und so fügte er oben zwei Etagen für den Einzelhandel hinzu, füllte diese mit rund 100 Geschäften und schuf damit praktisch das erste Einkaufszentrum Großbritanniens. Die Königin selbst wurde eine der ersten Kundinnen.
Das ursprüngliche Gebäude brannte 1666 beim Großen Brand von London nieder, und sein Nachfolger brannte 1838 erneut ab. Das elegante Gebäude, das Sie heute sehen, mit seinen prächtigen korinthischen Säulen, wurde vom Architekten William Tite entworfen und 1844 von Königin Victoria eröffnet.
Drei Gebäude, zwei verheerende Brände, und der Handel ging einfach weiter. London hätte sich niemals von einer Kleinigkeit wie einer Katastrophe davon abhalten lassen, ein gutes Geschäft zu machen.
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