
Der Parliament Square wurde 1868 von Sir Charles Barry entworfen, demselben Architekten, der auch die im Osten emporragenden Parlamentsgebäude errichtete. Ganze Stadtviertel wurden abgerissen, um Platz dafür zu schaffen: alte Geschäfte, beengte Wohnhäuser und verwinkelte Gassen wurden beseitigt, um etwas zu enthüllen, das auf stille Weise bemerkenswert ist. Der Platz liegt am Schnittpunkt der vier Säulen der britischen Macht. Das Parlament im Osten macht die Gesetze. Whitehall erstreckt sich nach Norden, wo die Regierung das Land lenkt. Der Oberste Gerichtshof steht im Westen und spricht Recht. Die Westminster Abbey erhebt sich im Süden und repräsentiert die Kirche.
Im selben Jahr, 1868, wurden genau hier die weltweit ersten Ampeln in Betrieb genommen, wobei Technologie aus dem Eisenbahnwesen genutzt wurde, um den Strom der Pferdekutschen zu regeln. Sie hielten kaum einen Monat. Ein Gasleck verursachte im Januar 1869 eine Explosion, bei der der Polizeibeamte verletzt wurde, der sie von Hand bediente. Das Experiment wurde stillschweigend aufgegeben.
Der Platz erholte sich. Im Jahr 1926 wurde er zum ersten Kreisverkehr Großbritanniens, und heute zieren 12 Bronzestatuen von Weltpolitikern die Grünfläche, von Winston Churchill bis Nelson Mandela.
Im Jahr 2018 wurde die Frauenrechtlerin Millicent Fawcett als erste Frau hier geehrt, nachdem 150 Jahre lang nur Männer vertreten waren.
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