
Die Westminster Abbey ist seit der Krönung Wilhelms des Eroberers – jenes normannischen Herzogs, der in England einfiel und dessen König wurde – am Weihnachtstag 1066 das pulsierende Herz des englischen Königshauses. Seit jenem Moment hat jeder einzelne englische und britische Monarch in diesem Gebäude den Thron bestiegen. König Charles III. wurde im Mai 2023 der 40. und setzt damit eine Tradition fort, die Imperien, Revolutionen und den Aufstieg und Fall ganzer Dynastien überdauert hat.
Was Sie heute sehen, wurde größtenteils von König Heinrich III. ab 1245 erbaut. Er ersetzte ein älteres Kloster durch diesen hoch aufragenden gotischen Bau mit seinen Spitzbögen, Strebepfeilern und den beiden westlichen Türmen, die sich 68 Meter über die Straße erheben. Die Türme selbst wurden erst 1745 fertiggestellt, sind aber seitdem zu einer der bekanntesten Silhouetten Londons geworden.
Im Inneren sind über 3.300 Menschen begraben, darunter 17 Monarchen. Elisabeth I. und ihre Cousine Maria Stuart, die eine berühmt-berüchtigte, komplizierte und letztlich tödliche Rivalität pflegten, ruhen beide innerhalb dieser Mauern. Im südlichen Querschiff befindet sich die Poets’ Corner, wo Schriftsteller wie Geoffrey Chaucer, Charles Dickens und Thomas Hardy begraben sind oder deren Andenken gewahrt wird.
Sechzehn königliche Hochzeiten fanden hier ebenfalls statt, was bedeutet, dass dieses Gebäude mehr dramatische Familienzusammenkünfte beherbergt hat, als die meisten Menschen in ihrem ganzen Leben erleben.
Hast du Feedback zu dieser Geschichte?