
Diese beiden Türme, die sich zueinander neigen, haben eine Geschichte, die ebenso ungewöhnlich ist wie ihre Form. Die Einheimischen nennen sie „Fred und Ginger“, nach dem legendären Tanzpaar Fred Astaire und Ginger Rogers, denn genau so sehen sie aus: die eine Figur solide und fest im Beton verankert, die andere sich aus Glas nach oben windend, beide gemeinsam mitten im Tanzschritt eingefroren.
Das Grundstück, auf dem sie stehen, lag von 1945 bis Mitte der 1990er Jahre brach. Eine amerikanische Bombe zerstörte alles, was zuvor hier stand, und jahrzehntelang füllte niemand die Lücke. Dann beschloss Václav Havel, der Präsident der Tschechoslowakei und später der Tschechischen Republik, der direkt nebenan wohnte, dass an dieser Stelle etwas Gewagtes entstehen sollte.
Die Architekten waren Vlado Milunić und Frank Gehry. Und als Gehrys Entwurf erschien, lehnte dieses am Flussufer gelegene Viertel, umgeben von Barock-, Gotik- und Jugendstilarchitektur, dies vehement ab. Die Leute nannten es einen Schandfleck. Kritiker sagten, es zerstöre die Skyline. Gehry stand kurz davor, das Projekt ganz aufzugeben. Er blieb nur, weil Havel ihn persönlich bat, es zu Ende zu bringen.
Das Gebäude entstand zwischen 1992 und 1996, und Gehry soll den Spitznamen gehasst haben, als er sich durchsetzte. Er wollte, dass die Menschen Architektur sehen, keine Metapher. Das Restaurant ganz oben bietet einen atemberaubenden Blick über den Fluss, was bedeutet, dass man sich nun das Privileg erkaufen kann, ein Gebäude zu bewundern, das einst als Beleidigung für die Stadt galt.
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