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Die Gründung der Karlsuniversität

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Sie stehen im Herzen der ersten Universität Mitteleuropas, die hier am 7. April 1348 gegründet wurde. Der Mann, der dahinter stand, war Karl IV., König von Böhmen und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, der mächtigste Herrscher Europas zu jener Zeit. Was Geschichtsbücher selten erwähnen, ist, dass Karl keine wichtige Entscheidung traf, ohne seine Astrologen zu konsultieren. Er legte den Zeitpunkt der Gründung der Karlsbrücke auf eine palindromische Zahlenfolge fest – 1-3-5-7-9-7-5-3-1 –, die als magischer Schutz berechnet worden war. Das Gründungsdatum seiner Universität wurde mit ziemlicher Sicherheit auf dieselbe Weise aus den Sternen gelesen.

 

Er überzeugte seinen engen Freund Papst Clemens VI., das Oberhaupt der katholischen Kirche, im Januar 1347 das offizielle Dekret zu erlassen. Vom ersten Tag an waren vier Fakultäten geöffnet: Kunst, Rechtswissenschaften, Medizin und Theologie. Die Studenten kamen aus ganz Europa und waren in vier Nationen unterteilt – Böhmen, Bayern, Sachsen und Polen –, von denen jede eine Stimme in Universitätsangelegenheiten hatte.

 

Dann geschah 1409 etwas Unheilvolles. Karls Sohn, König Wenzel, entzog den drei ausländischen Nationen ihre Stimmen und verschaffte den Böhmen die Mehrheit. Tausende deutsche Studenten und Professoren flohen über Nacht aus der Stadt. Die Universität leerte sich. Hinter dem Dekret stand ein Prediger namens Jan Hus, damals Rektor hier. Sechs Jahre später wurde er als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

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