
Diese in die Uferbefestigung gehauenen Bogenöffnungen haben einen Namen: „Kobky“. Das bedeutet „Zellen“. Vor einem Jahrhundert füllten Arbeiter sie mit Eis, das sie aus dem Fluss geschnitten hatten. Heute beherbergen sie Cafés, Bars und kleine Galerien, und an einem warmen Nachmittag weht der Duft von Kaffee aus den Räumen, in denen einst Kühlräume untergebracht waren.
Der Damm selbst wurde nach 1903 errichtet, um Ordnung in einen Bezirk zu bringen, der zu einem der industriell intensivsten Gebiete im Österreichisch-Ungarischen Reich geworden war. Smíchov erhielt den Spitznamen „Manchester von Böhmen“ wegen der Ringhoffer-Fabrik direkt hinter Ihnen, die in ihrer Blütezeit über 30.000 Arbeiter beschäftigte, die Eisenbahnwaggons für Kaiser und Straßenbahnen für Städte in ganz Europa bauten. Die Schornsteine waren unerbittlich, und die Straßen blieben bis weit in die 1990er Jahre hinein grau.
Der Wandel vollzog sich langsam. Die Kobky standen nach der Schließung der Fabriken jahrzehntelang leer. Die Renovierung erstreckte sich über 10 Jahre, wobei die ersten Einheiten vor 2009 eröffnet wurden. Mittlerweile gibt es 14 davon entlang dieses Flussabschnitts. Wo einst die Ringhoffer-Werke standen, befindet sich heute ein Einkaufszentrum, mit einem kleinen Denkmal, das an das erinnert, was zuvor dort war.
Die Eisenbahnbrücke, die man von hier aus sehen kann, wird seit 1901 von Zügen befahren. Manche Dinge, so zeigt sich, sind schwerer zu ersetzen als Eis.
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