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Goldene Gasse, Prager Burg

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Dies ist der perfekte Ausgangspunkt für einen kleinen Spaziergang durch die Prager Burg. Jeder kennt die Bilder von den Postkarten, doch der Kontext fehlt meist. Deshalb beginnen wir in der Goldenen Gasse

 

Diese märchenhaften Häuschen, die sich an die Burgmauer schmiegen, wurden um 1500 für die 24 Schützen erbaut, die die Tore bewachten. Der Platz war knapp, also bauten sie direkt in die Festungsbögen hinein, aus Stein, Lehm und Holz. Die Fenster gehen nur nach vorne, denn der Kaiser verbot strengstens jegliche Hinterfenster mit Blick auf sein privates Jagdrevier.

 

Als die Wachen schließlich auszogen, zogen im 17. Jahrhundert Goldschmiede ein, und daher stammt der Name tatsächlich. Goldschmiedegasse. Nicht von Alchemisten, wie die Legende behauptet. Hier hat nie ein Alchemist gelebt.

 

Im 19. Jahrhundert war die Gasse verfallen und bot Bettlern und Kriminellen Unterschlupf, bis Künstler begannen, sie zu entdecken. Franz Kafka mietete von Ende 1916 bis Anfang 1917 das Haus Nummer 22. Er kam nach einem langen Arbeitstag hierher, saß in diesem unglaublich kleinen Raum und schrieb die Geschichten, aus denen „Ein Landarzt“ wurde. Er liebte es gerade deshalb, weil es beengt und ruhig war.

 

Das Haus Nummer 14 gehörte Matylda Průšová, einer Wahrsagerin, die anhand von Tarotkarten den Untergang des Dritten Reiches voraussagte. Die Gestapo richtete sie dafür hin.

 

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs lebten hier Menschen. Die fröhlichen Farben, die man heute sieht, wurden 1955 hinzugefügt, was bedeutet, dass das fotogenste Merkmal der Gasse auch ihr jüngstes ist.

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