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St.-Vitus-Kathedrale

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Dies ist wahrscheinlich das am häufigsten gesehene Gebäude in ganz Prag. Von fast jedem Aussichtspunkt in der Stadt aus kann man die St.-Veits-Kathedrale über den Dächern aufragen sehen. Karl IV. begann 1344 mit dem Bau, da er sich eine Kathedrale wünschte, die groß genug war, um seinem neu erhobenen Erzbistum gerecht zu werden. Als sein erster Architekt nach nur acht Jahren starb, übernahm ein 23-Jähriger namens Peter Parler die Leitung und errichtete den Chor, die Kapellen und den Glockenturm zu Ihrer Rechten, der 96,5 Meter in den Himmel ragt.

 

Dann brachen 1419 die Hussitenkriege aus, und der Bau kam zum Stillstand. Fast 500 Jahre lang stand die Kathedrale unvollendet da, etwa halb so groß wie ursprünglich geplant. Und doch wurde sie nie geschlossen. Im Inneren fanden Krönungen statt, königliche Beisetzungen wurden abgehalten, wöchentliche Messen gingen weiter. Man baute sogar provisorische Holzbalkone, um alle unterzubringen.

 

Im Jahr 1873 gründete sich ein Verein, um das Werk zu vollenden, wobei sowohl wohlhabende Spender als auch einfache Bürger Beiträge leisteten. Die Westfassade vor Ihnen wurde von Josef Mocker entworfen, um dem gotischen Stil Parlers aus fünf Jahrhunderten zuvor zu entsprechen, und Kamil Hilbert vollendete die gesamte Kathedrale im Jahr 1929. Im Inneren sind allein in der St.-Wenzel-Kapelle über 1.300 Halbedelsteine in die Wände eingelassen.

 

Nach 585 Jahren Bauzeit und einem Rechtsstreit um das Eigentumsrecht, der bis 2010 andauerte, wird die Kathedrale nun gemeinsam von sieben Schlüsselinhabern verwaltet. Vermutlich treffen sie sich zu sehr langen Sitzungen.

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