
Hier befindet sich eine der ältesten Konditoreien der Stadt. Demel liegt am Kohlmarkt 14, nur wenige Schritte von der Hofburg entfernt. Seit 1786 werden hier Süßigkeiten für Kaiser und alle hergestellt, die bereit sind, sich in die Schlange zu stellen.
Ihr Apfelstrudel ist legendär. Aber das Gebäck selbst? Überhaupt nicht österreichisch.
Die Osmanen haben es mitgebracht. Im 16. Jahrhundert, als türkische Armeen vor den Stadtmauern marschierten, trugen sie Baklava und ähnliches Schichtgebäck als Feldrationen mit sich. Nach dem Ende der Belagerungen übernahmen die Wiener Bäcker die Technik und verwandelten sie. Sie tauschten Honig und Nüsse gegen Äpfel, Zimt und Rosinen aus. Das älteste schriftliche Strudelrezept stammt aus dem Jahr 1697 und befindet sich in einer Bibliothek in der Nähe.
Kaiserin Maria Theresia liebte ihn. Sie aß regelmäßig Strudel am Hof und machte so aus einem einfachen osmanischen Feldsnack hohe kaiserliche Küche.
Der Name verrät die Zubereitungsmethode. Strudel bedeutet auf Deutsch „Strudel“ und beschreibt, wie sich der hauchdünne Teig um die Füllung windet. Traditionelle Bäcker rollen den Teig noch immer so dünn aus, dass man durch ihn hindurch einen Liebesbrief lesen kann.
Im Jahr 1874 erhielt Demel den Titel „Kaiserlich-Königlicher Hofzuckerbäcker“. In den Schaufenstern werden die Backwaren wie Kronjuwelen präsentiert, genau wie zu der Zeit, als die Habsburger vor dem Laden vorbeispazierten. Im Inneren sprechen die Kellnerinnen in weißen Schürzen die Gäste noch immer in der formellen dritten Person an – ein Brauch aus der Zeit des Kaiserreichs.
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