
Hinter der Wiener Staatsoper erheben sich vor Ihren Augen gewaltige Steinblöcke. Einige wiegen 57 Tonnen. Sie stammen alle aus Mauthausen, wo Tausende von Häftlingen starben, als sie Granit die „Treppe des Todes“ hinaufschleppten.
Der Bildhauer Alfred Hrdlicka enthüllte dieses Denkmal 1988, um sich einer Geschichte zu stellen, die Österreich verdrängt hatte.
Sie stehen an der Stelle, an der einst das Wohnhaus Philipphof stand. Am 12. März 1945 schlugen alliierte Bomben ein. Mehr als 300 Menschen, die im Keller Schutz gesucht hatten, wurden lebendig begraben. Nur 180 Leichen konnten geborgen werden. Der Rest liegt noch immer unter diesem Platz.
Die Bronzeskulptur vor Ihnen zeigt einen jüdischen Mann, der gezwungen wird, die Straße zu schrubben. Nach dem Anschluss 1938 zwangen die Nazis Juden, mit Zahnbürsten antinazistische Parolen von den Wiener Bürgersteigen zu entfernen, während Menschenmengen zuschauten und spotteten. Diese Schrubbaktionen breiteten sich in der ganzen Stadt aus.
Der Granit stammt bewusst aus Mauthausen. Dort wurden Häftlinge zu Tode geschuftet, als sie genau diese Steine zersägten und schleppten.
Als Touristen begannen, sich für Fotos auf die Bronzestatue zu setzen, umwickelte Hrdlicka sie mit Stacheldraht. Die Stacheln glänzen noch immer von den Händen der Menschen, die versuchen, sie zu berühren.
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