

Neuer Markt Nummer fünfzehn, das Geschäft mit den Diamantsternen im Schaufenster. Diese Sterne wurden genau hier entworfen, für die Frau, nach der dein Hotel benannt ist.
Alexander Emanuel Köchert war Hofjuwelier von Kaiserin Elisabeth von Österreich, die alle nur als Sisi kannten. Er fertigte siebenundzwanzig dieser Sterne für sie an, jeden einzeln klein genug, um ihn ins Haar zu stecken, oder zusammengeklippt als Diadem zu tragen. Auf dem berühmtesten Porträt, das je von ihr gemalt wurde, von Franz Xaver Winterhalter aus dem Jahr achtzehnfünfundsechzig, sind neun davon in ihre Zöpfe geflochten. Dieses Bild hat seitdem Keksdosen, Pralinenschachteln und Filmplakate geziert.
Im Juni neunzehnhundertachtundneunzig war einer der originalen Sterne in einer Hochsicherheitsvitrine auf Schloss Schönbrunn ausgestellt, als Teil einer Ausstellung zum hundertsten Jahrestag ihres Todes. Ein kanadischer Dieb hob ihn heraus und legte eine Kopie an seine Stelle. Zwei Wochen lang fiel niemandem etwas auf. Dann verschwand der Stern vollständig.
Neun Jahre später wurde der Mann nach einem Bankraub in Kanada verhaftet. Die Polizei durchsuchte ein Haus in Winnipeg und fand das Schmuckstück, sorgfältig aufbewahrt. Er hatte es nie verkauft, weil es nirgendwo auf der Welt einen Käufer für einen Stern gibt, der Sisi gehört hat. Genau das war der Grund, warum er ihn genommen hatte.
Das Original befindet sich heute im Sisi Museum, nur ein paar hundert Meter von hier entfernt, in der Hofburg. Wir kommen später daran vorbei. Die Kopien in diesem Schaufenster hingegen sind ganz einfach zu kaufen.
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