
Werfen Sie einen Blick auf diese Kolonnade, die über den Schlossgärten thront. Die 1775 erbaute Gloriette war Maria Theresias Denkmal für einen der größten militärischen Triumphe Österreichs: die Schlacht bei Kolin.
18. Juni 1757. Friedrich der Große von Preußen, der noch nie eine große Schlacht verloren hatte, marschierte mit seinen 32.000 Soldaten gegen 44.000 Österreicher in der Nähe von Prag. Fünf Stunden später flohen die Preußen und ließen 14.000 Tote zurück. Österreich hatte Friedrichs Vormarsch auf Wien gestoppt. Maria Theresia war so begeistert, dass sie noch im selben Jahr einen Militärorden gründete.
Achtzehn Jahre später entwarf der Architekt Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg diesen Tempel zum Gedenken an diesen Sieg. Der riesige Reichsadler oben drauf? Symbol der Habsburger Macht. Die Inschrift darunter? Gewidmet Joseph II., dem Sohn Maria Theresias.
Was die meisten Besucher übersehen: diese Zwillingssäulen, die Bögen, die Kapitelle? Sie sind wiederverwendet. Sie stammen aus Schloss Neugebäude, einem Renaissance-Palast, der nie fertiggestellt wurde. Als die Armee ihn 1774 in ein Pulvermagazin umwandelte, befahl Maria Theresia, das wertvolle Mauerwerk abzutragen und hierher zu bringen.
Die verglaste Mittelhalle wurde zum Frühstückssaal von Kaiser Franz Joseph I. Er saß hier und blickte auf seinen Sommerpalast hinab, in einem Gebäude, das aus dem Sieg über Preußens größten König entstanden war.
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