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Hofpavillon Hietzing

Sehen Sie sich diesen weißen Pavillon mit den goldenen Verzierungen an, der die Gleise überspannt. Das ist der Hofpavillon Hietzing, der 1898 als privater U-Bahn-Eingang für Kaiser Franz Joseph I. direkt neben seinem Sommerpalast in Schönbrunn erbaut wurde.

 

Der Architekt Otto Wagner entwarf jedes Detail. Im Inneren sind die Wände mit Seidentapeten verkleidet, Mahagoni-Vertäfelungen glänzen, und es gibt sogar ein Arbeitszimmer mit einem Schreibtisch für den als Workaholic bekannten Kaiser. Im achteckigen Warteraum hängt ein riesiges Gemälde von Carl Moll, das Wien aus 3.000 Metern Höhe zeigt, als würde man es aus einem Heißluftballon betrachten.

 

Wagner hoffte, dass dieses aufwendige Geschenk ihm weitere kaiserliche Aufträge sichern würde. Er brauchte einen Durchbruch am Hof.

 

Aber Kaiser fahren nicht mit der U-Bahn.

 

Franz Joseph nutzte seine private Station genau zweimal. Am 16. Juni 1899 kam er, um die neue Wientallinie zu besichtigen. Am 12. April 1902 kehrte er zurück, um sich die Donau-Kanal-Linie anzusehen. Danach ging er wieder zur regulären Station in Penzing.

 

Wagner erhielt trotz dieses architektonischen Juwels nie wieder einen kaiserlichen Auftrag. Die Wiener Secessionszeitschrift „Ver Sacrum“ bezeichnete es als Triumph der modernen Architektur. Der Kaiser behielt seine Kutsche.

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