
Auf diesem Gelände befanden sich einst eine Mülldeponie und eine Sandgrube. Dann kam das Jahr 1928, es herrschte massive Arbeitslosigkeit, und die Stadt musste den Menschen Arbeit verschaffen.
Das Kongreßbad wurde im Mai 1928 als Teil eines Notbeschäftigungsprogramms eröffnet. Es ging nicht nur ums Schwimmen. Die riesigen Wohnblocks, die hier in der Umgebung entstanden, insbesondere der Sandleiten Hof, brauchten einen Ort, an dem sich die Arbeiterfamilien im Sommer abkühlen konnten. Die Lösung: ein 100-Meter-Becken, länger als ein Fußballfeld, gefüllt mit Bergquellwasser, das in elektrischen Kesseln erhitzt wurde.
Der Eingang vor Ihnen, mit seiner rot-weißen Holzfassade und den Fahnenmasten zur Vorortbahnlinie hin, wurde zu einem Symbol für die Sozialprogramme des Roten Wiens. „Schwimm, Sonnen und Luftbad“ steht über den Türen.
In den 1930er Jahren wurden Flutlichter für das Nachtbaden installiert. Die Einheimischen nannten ihn Kongerl oder Konge. Der 10 Meter hohe Sprungturm stand hier bis 1981. Das ursprüngliche 100-Meter-Becken wurde bei Renovierungsarbeiten im Jahr 1987 in zwei gleiche Hälften geteilt.
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