
Im Herzen des Stadtteils Lichtental steht eine Barockkirche mit zwei Türmen, in der sich die Wege zweier Musikgiganten kreuzten und die Seele der klassischen Musik für immer prägten. Die Lichtentaler Pfarrkirche, von den Einheimischen als Schubertkirche bezeichnet, erhebt sich in einem ruhigen Wohnviertel im 9. Bezirk, nur wenige Straßen von Franz Schuberts Geburtshaus entfernt.
Kaiser Karl VI. legte 1712 den Grundstein für diese den vierzehn Heiligen Helfern geweihte Kirche. Als der junge Schubert hier am 1. Februar 1797 getauft wurde, leitete sein Vater bereits die Pfarrschule nebenan. Der Junge sang bald im Chor und spielte auf der prächtigen Orgel, die 1738 installiert worden war, und erhielt so seine erste musikalische Ausbildung innerhalb dieser barocken Mauern.
Mit 17 komponierte Schubert 1814 seine erste Messe in F-Dur für die Hundertjahrfeier der Kirche. Er dirigierte die Uraufführung am 25. September selbst und zeigte dabei ein außergewöhnliches Talent, das Vergleiche mit Ludwig van Beethoven hervorrief, der im selben Bezirk lebte und die Musikszene dominierte.
Der junge Schubert bewunderte Beethoven zutiefst, obwohl sein Lehrer Antonio Salieri Vorurteile gegenüber dem älteren Komponisten hegte. Als Beethoven 1827 starb, nahm Schubert an der Trauerfeier teil. In der Kirche finden auch heute noch Konzerte statt, darunter Aufführungen auf der historischen Schubert-Orgel aus dem Jahr 1774.
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