
Die Technologie, die die Mondfahrzeuge der NASA antrieb, wurde hier geboren. Sie stehen in der Nähe des ehemaligen Standorts von Jacob Lohner & Co., einem Wiener Kutschenbauer, der die Automobilgeschichte veränderte. Im Jahr 1900 entwickelte der 24-jährige Ferdinand Porsche für dieses Unternehmen das weltweit erste Hybridauto. Er nannte es „Semper Vivus“, lateinisch für „immer lebendig“.
Die Innovation war radikal. Porsche baute Elektromotoren direkt in die Radnaben ein und machte damit ein Getriebe völlig überflüssig. Keine Gänge, kein Differential, nur Motoren, die die Räder antreiben. Bei der Hybridversion trieben zwei kleine Benzinmotoren Generatoren an, die diese Motoren mit Strom versorgten. Mobiles Laden, Jahrzehnte bevor man es so nannte.
Es funktionierte. Rund 300 Fahrzeuge wurden gebaut. Die Wiener Feuerwehr kaufte 40 davon. Andere wurden zu Taxis. Das Auto erreichte eine Geschwindigkeit von 32 Stundenkilometern, und alle vier Räder konnten gleichzeitig bremsen – beides Meilensteine im Jahr 1900.
Doch der Radnabenmotor erwies sich als zu komplex für die Serienfertigung. Die Idee verschwand aus dem Personenkraftwagenbau. Dann, 70 Jahre später, studierten NASA-Ingenieure, die den Mondrover für die Apollo-Missionen entwarfen, Porsches Konstruktionsprinzip. Diese Mondfahrzeuge, die die Mondoberfläche durchquerten, nutzten elektrische Radnabenmotoren – dasselbe Prinzip, das Porsche nur wenige Häuserblocks von Ihrem Standort entfernt als Pionier entwickelt hatte.
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