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Palmenhaus Schönbrunn

Sehen Sie diese Konstruktion aus Eisen und Glas vor sich? Als sie am 17. Juni 1882 eröffnet wurde, galt sie als das größte Gewächshaus der Welt. Kaiser Franz Joseph hatte sie 1880 in Auftrag gegeben, und der Architekt Franz Segenschmid schuf etwas Außergewöhnliches: 111 Meter lang, erbaut aus 720 Tonnen Eisen und 45.000 einzelnen Glasscheiben.

 

Im Inneren schaffen drei miteinander verbundene Pavillons unterschiedliche Klimazonen. Kalte Luft im Nordpavillon. Tropische Hitze im Süden. Mediterrane Temperaturen im hoch aufragenden Mittelteil, der sich 28 Meter in die Höhe erstreckt.

 

Dann kam der Februar 1945. Alliierte Bomben trafen das Schloss Schönbrunn. Das Glas zerbrach. Die meisten Pflanzen erfroren an jenem bitterkalten Wintertag. Der Wiederaufbau dauerte Jahre. Das Palmenhaus wurde 1953 wiedereröffnet, doch bei den Reparaturen wurden Materialien minderer Qualität verwendet.

 

Bis 1976 war das Eisengerüst stark verrostet. Als im August desselben Jahres die Reichsbrücke auf der anderen Seite der Stadt einstürzte, prüften Ingenieure jede alte Eisenkonstruktion in der Stadt. Das Palmenhaus bestand die Prüfung nicht. Im November wurden die Türen geschlossen.

 

Fast ein Jahrzehnt lang debattierten Politiker darüber, was zu tun sei. 1986 begannen schließlich die Renovierungsarbeiten. Arbeiter ersetzten Teile des Gerüsts und verlegten komplett neues Glas, wobei das ursprüngliche Design erhalten blieb. Kosten: 212 Millionen Schilling.

 

Heute zu sehen: ein 350 Jahre alter Olivenbaum aus Spanien, 23 Meter hohe Palmen und über 4.500 Pflanzenarten aus warmen Klimazonen weltweit.

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