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Schloss Wilhelminenberg

Sehen Sie sich dieses elegante Gebäude auf dem Hügel an. Hinter seiner Fassade im Neo-Empire-Stil verbirgt sich eine Geschichte, die zwischen Glamour und Schrecken hin und her schwankt.

 

Der russische Botschafter Prinz Gallitzin errichtete hier in den 1780er Jahren ein Jagdschloss, das für seine rauschenden Feste berühmt war. Im Jahr 1866 schenkte Prinz Moritz Montléart es seiner Frau Wilhelmine, und der Hügel erhielt einen neuen Namen. Das alte Schloss wurde zwischen 1903 und 1908 abgerissen und durch das ersetzt, was Sie heute sehen.

 

Dann änderte sich die Lage. Die Stadt Wien kaufte das Anwesen 1927 und wandelte es in ein Waisenhaus um. Von 1934 bis 1938 lebte hier der Wiener Knabenchor. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es zu einem Heim für Mädchen mit Verhaltensauffälligkeiten.

 

An dieser Stelle nimmt die Geschichte eine düstere Wendung. Im Jahr 2011 meldeten sich zwei Schwestern zu Wort. Sie sagten, dass sie und andere Mädchen in ihrem Schlafsaal in den 1970er Jahren systematisch vergewaltigt worden seien. Weitere Opfer folgten. Eine Untersuchung bestätigte weitverbreiteten körperlichen, sexuellen und psychischen Missbrauch von den späten 1940er Jahren bis 1977. Einige erhielten eine finanzielle Entschädigung von bis zu 35.000 Euro, obwohl aufgrund der Verjährungsfristen nie Strafanzeige erstattet wurde.

 

Das Waisenhaus wurde 1977 geschlossen. Das Gebäude steht in der Savoyenstraße 2 im 16. Wiener Bezirk und überblickt die Stadt vom Gallitzinberg aus.

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