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Spanische Reitschule

Hinter dieser eleganten Fassade am Michaelerplatz, im Inneren des Hofburgkomplexes, befindet sich die Winterreitschule. Die Spanische Hofreitschule wurde 1565 gegründet und ist damit eine der ältesten noch bestehenden klassischen Reitschulen. Der Name geht auf die spanischen Pferde zurück, die Kaiser Maximilian II. nach Wien importierte. Ihre Nachkommen, die Lipizzaner-Hengste, treten noch immer in der zwischen 1729 und 1735 erbauten Barocksaal auf.

 

Die Reiter tragen Zweispitzhüte und Fracks aus dem 18. Jahrhundert. Was diese Pferde jedoch einzigartig macht: Sie werden dunkel geboren. Jedes Lipizzaner-Fohlen ist zunächst braun oder schwarz und wird dann im Laufe von 6 bis 10 Jahren allmählich weiß. Nur Hengste treten auf. Stuten sind nicht zugelassen.

 

Die Schule wäre 1945 beinahe verschwunden. Als der Zweite Weltkrieg endete, saßen 244 Zuchtstuten in Hostau in der Tschechoslowakei fest, während die Rote Armee näher rückte. Der amerikanische Oberst Charles Reed organisierte mit General Pattons Zustimmung eine Rettungsaktion. Am 28. April kämpften sich US-Truppen nach Hostau vor und holten die Pferde heraus. Amerikanische Soldaten und deutsche Pferdepfleger arbeiteten zusammen und wehrten Angriffe der Waffen-SS ab, um die Stuten in Sicherheit zu bringen.

 

Die Ausbildung eines Lipizzaners dauert 4 bis 8 Jahre. Gleiche Bewegungen, gleiche Disziplin wie vor 250 Jahren. Die weißen Hengste im Inneren sind direkte Nachkommen der Pferde, die Reed und Patton gerettet haben.

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