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St.-Stephans-Dom

Schauen Sie sich diesen hoch aufragenden Südturm an. Die Wiener nennen ihn „Steffl“, einen liebevollen Spitznamen für Stephan. Der Bau dauerte 65 Jahre, von 1368 bis 1433, und mit einer Höhe von 136 Metern prägte er jahrzehntelang die Skyline Europas.

 

Sehen Sie den Nordturm auf der anderen Seite? Er ist nur halb so hoch. Der Bau wurde 1511 abrupt eingestellt. Nicht, weil das Geld oder der Ehrgeiz ausgegangen wären. Die osmanischen Türken rückten auf die Stadt vor, und jeder Stein und jeder Arbeiter wurde stattdessen zur Verstärkung der Stadtmauern umgeleitet. Die letzte Charge der verlegten Steine trägt noch immer die Jahreszahl 1511.

 

Das Dach, das Sie da bewundern, besteht aus 230.000 glasierten Ziegeln, die einen schwarzen Habsburger Doppeladler vor einem Rautenmuster bilden. Jeder Ziegel wiegt 2,5 Kilogramm. Das Dach ist so steil, dass es sich bei Regen von selbst reinigt.

 

Im Nordturm hängt die Pummerin, mit 20.130 Kilogramm Österreichs größte Glocke. Sie wurde aus türkischen Kanonen gegossen, die während der Belagerung von 1683 erbeutet wurden. Beethoven wurde hier das volle Ausmaß seiner Taubheit bewusst. Er beobachtete, wie Vögel vom Glockenturm aufflog, deren Flug durch Glocken ausgelöst wurde, die er nicht mehr hören konnte.

 

Sie stehen auf Boden, der seit fast 2.000 Jahren heilig ist. Bei Ausgrabungen im Jahr 2000 wurden unter Ihren Füßen Gräber aus dem 4. Jahrhundert gefunden.

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