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Wiener Gipfel 1961

Willkommen im Schloss Schönbrunn, der imposanten gelben Barockresidenz mit 1.441 Zimmern, die diesen Platz dominiert. Am 3. Juni 1961 fand im prächtigsten Saal des Schlosses ein Staatsbankett zwischen John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow statt, das den Zusammenbruch der Diplomatie des Kalten Krieges markierte.

 

Das Abendessen fand nach einem Tag brutaler Verhandlungen in der US-Botschaft statt. Kennedy war 43, der jüngste gewählte US-Präsident, und überzeugt, er könne Chruschtschow dazu bringen, die Spannungen abzubauen. Chruschtschow war 67, ein sowjetischer Überlebenskünstler, der Kennedy als durch die Invasion in der Schweinebucht zwei Monate zuvor fatal geschwächt ansah.

 

Den ganzen Tag über hatte Chruschtschow wegen Berlin mit Krieg gedroht. Er verspottete Kennedys Unerfahrenheit. Das Bankett im Inneren konnte nicht verbergen, was bereits geschehen war.

 

Danach sagte Chruschtschow seinen Beratern, Kennedy sei „sehr jung, nicht stark genug; zu klug und zu schwach“. Kennedy vertraute dem Reporter James Reston an, dass diese Begegnung „das Schlimmste in meinem Leben“ gewesen sei.

 

Beide Männer gingen in der Überzeugung, der andere wolle Krieg.

 

Zwei Monate später wurde die Berliner Mauer errichtet. Ein Jahr später tauchten sowjetische Raketen in Kuba auf und brachten die Welt an den Rand einer nuklearen Katastrophe. Die Eleganz dieses Palastes konnte nicht verhindern, was als Nächstes kam.

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